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Die von den einzelnen Autoren veröffentlichten Texte geben ausschließlich deren Meinung wieder und nicht die der bearbeitenden Redaktionen und Veröffentlichungsplattformen
  
Autor: Daniela Hofmann
Ort: München, Deutschland
Format: Text
Thema: Frauenrechte
Datum: 25.11.2020
Portal: www.council-of-athena.de
Textdauer: ca. 4 Min.
Sprache: Deutsch
Titel: Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen
 

Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

 
Dieser Gedenk- und Aktionstag zur Bekämpfung von Diskriminierung und jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen und Kindern beruht auf einem der vielen traurigen Gewaltakte gegen Frauen.
 
Die drei Schwestern Patria, Minerva und Maria Teresa Mirabal entstammten einer gut kleinbürgerlichen Familie in der Dominikanischen Republik. Zusammen mit ihrer Familie unterstützten sie die Gruppe „Movimiento Revolucionario 14 de Junio“, die den Sturz des damaligen Diktators Rafael Trujillo plante. Nach Scheitern des Aufstandes wurden einige der Familienmitglieder inhaftiert. Am 25.November 1960 wurden die Regimegegnerinnen auf dem Rückweg vom Gefängnis, wo sie zuvor ihre Ehemänner besucht hatten, auf Geheiß des Diktators verschleppt und ermordet. Obwohl man versuchte das Ganze als Autounfall zu tarnen, kam die Wahrheit ans Licht.
 
21 Jahre nach dem Verbrechen riefen lateinamerikanische und karibische Feministinnen bei einem Treffen diesen Tag zum „Gedenktag der Opfer von Gewalt an Frauen“ aus. Seit 1981 richten Menschenrechts- und Frauenorganisationen am 25. November Veranstaltungen aus, in denen besonders die Themen wie Zwangsprostitution, sexueller Missbrauch, Vergewaltigung, Beschneidung von Frauen, häusliche Gewalt oder Zwangsheirat aufgegriffen werden. Sie sollen aber auch allgemein der Stärkung und der Gleichberechtigung der Frauen dienen, damit diese ihre Rechte beispielsweise das Recht auf Bildung oder das Wahlrecht, einfordern.
 
1999 wurde dieser Gedenktag auch offiziell durch die Vereinten Nationen in der Resolution 54/134 aufgegriffen.
 
Leider ist die Gleichberechtigung von Mann und Frau weltweit immer noch nicht gegeben, ja, ist man teilweise sogar meilenweit voneinander entfernt.
 
Der Wert der Frau in patriarchalischen Strukturen ist, häufig religiös legitimiert, weit von dem entfernt, was wir in modernen Gesellschaften als Gleichheit zwischen Mann und Frau verstehen. Reduziert auf tradierte Funktionen, z.B. die Rolle als Mutter, Schwester und Ehefrau, über deren „Reinheit“ sich die Ehre des Clans definiert, wird sie als schwächstes Glied einer Gesellschaft diskriminiert, häufig in Kriegskontexten missbraucht, um Gegner zu erniedrigen und zu schwächen. Genau das hat z.B. der IS bei seinen Raubzügen im Irak und in Syrien gemacht, als er Tausende Jesidinnen und Christinnen verschleppte und sie seinen Schergen zur Befriedung ihrer sexuellen Bedürfnisse zur Verfügung stellte. Abgeschwächt sehen wir diese Form der Entmenschlichung auch in Deutschland, wenn z.B. Ehrenmorde begangen oder Frauen offen sexuell belästigt werden.
 
Angelehnt an die symbolische Weisheit der Figur „Athena“ aus der griechischen Mythologie, gleichzusetzen mit dem weiblichen Wesen welches mehr als nur die Mutter, die Ehefrau oder die Schwester ist, wurde der Verein „Council of Athena“ ins Leben gerufen.
 
Als 1945 die Vereinten Nationen gegründet wurden, wurde die Gleichberechtigung der Geschlechter von der Staatengemeinschaft anerkannt und in die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 als Grundsatz der Nichtdiskriminierung aufgrund des Geschlechts mit aufgenommen. Zusammen mit den beiden Menschenrechtspakten von 1966 bilden sie die «Internationale Charta der Menschenrechte», die durch eine Vielzahl spezieller Konventionen - die entweder ein einzelnes Menschenrecht weiter konkretisieren oder die Rechtsstellung bestimmter, besonderer Risiken ausgesetzter Personengruppen schützen. Dennoch werden kulturelle und religiöse Minderheiten, immer wieder unterdrückt, verfolgt und ausgelöscht. Und immer wieder sind es Frauen und Kinder, die am meisten darunter zu leiden haben.
 
Es ist unser Ziel, auf diese Missstände hinzuweisen und die Rechte der Frauen einzufordern, egal welcher Religion oder Ethnie sie angehören.
 
Daniela Hofmann
Vorsitzende
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Vorträge – Das Council of Athena bietet verschiedene Vortragsreihen an, die sich mit gesellschaftsrelevanten Themen beschäftigten. Hier geht es zum Vortragsportal
 
Anfragen sind zu richten an: Council of Athena e.V., Frau Daniela Hofmann, Rechte Brandstr. 34, 86167 Augsburg, Tel. 089 24 88 300 52, info@council-of-athena.com